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Keine ausreichende Sicherheit für Duty Free Shops: Verkauf von einigen Artikeln im Duty Free Shop zu gefährlich?

Montag, 4. Januar 2010

frankfurt flughafen duty freeDuty Free Shops an Flughäfen: Verkaufsverbot für Rasierklingen, Feuerzeuge, hochprozentigen Alkohol und Parfüm gefordert. Sicherheitsbedenken gegen Duty-free-Shops: In der Debatte über Sicherheitsmaßnahmen nach dem knapp verhinderten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug gerät das Angebot der Duty-free-Shops zunehmend in die Kritik.Gewerkschaften von Polizisten und Piloten forderten ein Verkaufsverbot für Rasierklingen, Feuerzeuge, hochprozentigen Alkohol einschließlich Parfüm im besonders gesicherten Abflugbereich.

Mit Blick auf die Debatte über die Einführung von Körper-Scannern bekräftigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), dass vorher sämtliche Bedenken zu Fragen der Gesundheit und des Persönlichkeitsrechts ausgeräumt würden. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte eine bessere Ausstattung der Polizei.

Am Freitag vor einer Woche hatten Passagiere kurz vor der Landung in Detroit (USA) einen 23-jährigen Nigerianer überwältigt, der eingeschmuggelten Sprengstoff zünden wollte. Der Vorfall löste auch in Deutschland eine Diskussion über die Flugsicherheit aus. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, kritisierte: «Jenseits der Sicherheitsschleusen bekommen mögliche Attentäter in Duty-free-Shops und Restaurants alles, was sie für den Bombenbau brauchen.» Auch der Sprecher der Piloten-Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerk, beklagte erneut, dass Passagieren bei der Kontrolle harmlose

Wasserflaschen abgenommen würden, sie hinter der Schleuse aber oft brisante Waren kaufen könnten. Zwar könne man mit Rasierklingen kein Flugzeug sprengen, aber die Besatzung angreifen, sagte Handwerk dem «Tagesspiegel» (Donnerstag). Wendt forderte in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Donnerstag) von der Europäischen Union ein EU-weites Verkaufsverbot für potenziell gefährliche Stoffe. Zudem sollten Restaurants im Abflugbereich kein Metallbesteck ausgeben dürfen.

«Die Sicherheitsinteressen der Bürger müssen Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.» In der hannoverschen «Neuen Presse» sprach sich Wendt ferner für Ausweiskontrollen an den Sicherheitsschleusen aus: «Heute können Kriminelle einfach die Bordkarte eines Dritten übernehmen, damit die Sicherheitskontrolle passieren und unerkannt die Maschine besteigen.»

Westerwelle warnte vor einer Datensammelwut wie bei den Amerikanern, die beim aktuellen Anschlagsversuch nicht geholfen hatte. «Der Glaube, immer mehr Informationen steigern die Sicherheit, ist ein Irrtum. Wir müssen alle uns möglichen Sicherheitsvorkehrungen treffen, aber perfekte Sicherheit wird es nicht geben», sagte er dem Magazin «Focus». «Wir brauchen keine neuen Sicherheitsgesetze, sondern eine besser ausgestattete Polizei.»

In der Debatte über Körper-Scanner zum Aufspüren versteckter Gegenstände verwies de Maizière auf Studien, denen zufolge die genutzten Terahertz-Wellen unbedenklich seien, weil auch der Körper selbst sie erzeuge. «Trotzdem werden wir 2010 sehr genau prüfen, ob Body-Scanner der Gesundheit schaden können», fügte er in der «Bild»- Zeitung (Donnerstag) hinzu. Es gebe bei der Entwicklung der Geräte erhebliche Fortschritte, etwa für den Schutz des Persönlichkeitsrechts. «Man sieht nur eine Art Strichmännchen.» Vor rund einem Jahr war der geplante Einsatz technischer Vorläufer EU- weit abgeblasen worden, weil die Geräte eine Art Nacktbild des Durchleuchteten erzeugten und deshalb heftig umstritten waren.

Westerwelle sagte: «Wenn es jetzt bei Körper-Scannern technische Neuerungen gibt, die den Schutz der Intimsphäre gewährleisten, werden wir uns das genau ansehen.»
Quelle: dpa

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