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Geschäftsreisen mit dem Dienstwagen: Neue Kfz-Steuer ab 1. Juli – VCD kritisiert Bundesregierung und informiert Autofahrer

Donnerstag, 25. Juni 2009

kfz_steuer_2009.jpgFirmenwagen und Dienstreisen: Neue KFZ-Steuer tritt zum 01. Juli in Kraft – Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert fehlende ökologische Lenkungswirkung zugunsten sparsamer Autos. Zum 1. Juli tritt die Neuregelung der Kfz-Steuer in Kraft. Die im Rahmen des zweiten Konjunkturprogramms ausgehandelte Reform sieht vor, die Steuer für alle neu zugelassenen Pkw nach CO2-Aus­stoß und Hubraum zu erheben. Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert die fehlende ökologische Lenkungswirkung der Neuerung zu­gunsten sparsamer Autos. Die neue Kfz-Steuer berechnet sich nach Hubraumgröße und CO2-Ausstoß. Dabei wird für Diesel­fahr­zeuge ein Sockelbetrag von 9,50 Euro je 100 Kubik­zenti­meter Hubraum, für Benziner von 2 Euro je 100 Kubik­zenti­meter Hubraum fällig. Jedes Gramm CO2 oberhalb der Grenze von 120 Gramm je Kilometer wird generell gleich hoch besteuert. Diese Regelungen greifen nach Einschätzung des VCD zu kurz.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: “Die neue Kfz-Steuer leistet bei weitem nicht das, was angesichts des Klimawandels nötig und möglich wäre. Anstatt sparsame Autos zu entlasten und Sprit­schlucker deutlich höher zu belasten, werden Diesel-Pkw mit über­durch­schnitt­lichem CO2-Ausstoß sogar oft billiger. Die Bundes­regierung hat zum Gefallen des VDA eine Diesel­förderung­steuer eingeführt.” Der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Kilo­meter liegt bei in der EU verkauften Pkw knapp unter 160 Gramm, bei in Deutschland verkauften Pkw leicht darüber. Der Mercedes C 220 CDI stößt genau 160 Gramm pro Kilometer aus. Für dieses Auto sinkt die jährliche Abgabe im Vergleich zum bisherigen Steuermodell um 50 Euro. Für einen durchschnittlichen Benziner wie den Audi A3 1.6 mit einem CO2-Ausstoß von 162 g/km zahlt man 8 Euro mehr. “Wenn Durchschnitts­diesel deutlich billiger werden und auch ein Spritfresser wie der Audi Q7 mit seinen 500 PS nicht teurer wird, tendiert die klimapolitische Lenkungswirkung gegen Null“, so Gehrmann.

“Es ist skandalös, dass 500-PS-Autos bei einer sogenannten Kli­ma­steuer nicht höher belastet werden. Die Bundesregierung hat mit dem halbherzigen Kfz-Steuer-Reförmchen aus Sicht des Klima­schutzes versagt“, kritisiert Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. Trotzdem lohne es sich, beim Autokauf jetzt erst recht auf Autos mit geringem Verbrauch zu setzen, die wenig klimaschädliches CO2 ausstoßen. “Sparsame Autos haben auch langfristig auf jeden Fall die Nase vorn: 2012 sinkt die Grenze, bis zu welcher der CO2-Ausstoß für die Steuer nicht berücksichtigt wird, auf 110 Gramm je Kilometer. Ab 2014 sind nur noch die ersten 95 Gramm CO2 je Kilometer steuerfrei. Ein Spritsparmodell entlastet also nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Außerdem gehen wir davon aus, dass die Bundesregierung schon in der nächsten Legislaturperiode erneut eine Reform der Kfz-Steuer angeht. Denn der jetzige Plan kostet die öffentliche Hand gegenüber der heutigen Kfz-Steuer zwei Milliarden Euro, die nach den Wahlen und der Wirtschaftskrise wie andere Steuergeschenke wieder eingesammelt werden müssen. Dann wird auch jedes Gramm CO2 teurer.”

Der VCD hat für mehr als 150 aktuelle Fahrzeuge eine Tabelle ver­öffentlicht, die in einem Überblick die bisher anfallenden Kfz-Steuern, die ab 1. Juli 2009 geltende Kfz-Steuer für neu zu­ge­las­sene Pkw sowie die Klimasteuer, die der VCD als Ersatz für die derzeitige Kfz-Steuer vorschlägt, vergleicht. Die Kfz-Steuer-Ta­bel­le des VCD sowie einen Kfz-Steuer-Rechner finden Sie unter www.vcd.org/kfz-steuer.html.

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