Zu hohe Hotelpreise in St. Petersburg: Kartellamt straft St. Petersburger Hotels wegen Wucher
Donnerstag, 4. Juni 2009
Geschäftsreisen und Hotels in St. Petersburg: Hotels zu teuer – Strafbefehle gegen Hotels in St. Petersburg wegen überhöhter Preise. Nach einem Bericht des Online Magazins Russland-Aktuell hat die Antimonopolbehörde Strafbefehle gegen Petersburger Hotels verschickt, die während des Internationalen Wirtschaftsforums zu heftig an der Preisschraube drehen. Allerdings geht es um Fälle von 2008.
Die Petersburger Filiale des russischen Kartellamtes FAS verschickt gegenwärtig Strafbefehle gegen Hotels, bei denen während des letztjährigen Wirtschaftsforums Anfang Juni unangemessen heftige Preisaufschläge festgestellt wurden.
Wirtschaftsforum 2009 mit mehr Bescheidenheit
Dies geschieht wohl auch gerade jetzt, findet doch zur Zeit das Wirtschaftsforum vom 4. bis 6. Juni statt – dieses Mal allerdings unter anderen Vorzeichen. Angesichts der allgemeinen Wirtschaftskrise hatte die Petersburger Stadtverwaltung angekündigt, dass dieses Jahr auf prunkvolle Empfänge und offensichtlichen Luxus verzichtet werden soll.
Strafbefehle erhielten bereits das Nobel-Hotel Talion (über 2,8 Mio. Rubel) sowie West Bridge Hotel, die Trägergesellschaft des Vier-Sterne-Hauses Novotel (über 14,5 Mio. Rubel). Gegenüber der Zeitung „Kommersant“ wollte das Talion dies nicht kommentieren. West Bridge Hotel will gegen die Verfügung klagen.
Günstige Gelegenheit für Fünf-Sterne-Hotels
Insgesamt hatte die FAS bei elf Hotels Preiswucher festgestellt. Sie hatten zum Wirtschaftsforum ihre ohnehin schon saftigen Hochsaisonpreise nochmals um 80 bis 100 Prozent heraufgesetzt – einige sogar auf ein Vielfaches. Es handelt sich dabei vorrangig um große Luxushotels im Stadtzentrum sowie das Park Inn Pribaltijska in der Nähe des Konferenzortes.
Eine entsprechende Abmahnung der FAS vom Februar diesen Jahres wurde allerdings von sieben Hotelgesellschaften gerichtlich angefochten. Einige dieser Häuser kündigten an, auch gegen die Strafbefehle zu klagen, wenn sie solche erhalten sollten.
Hotels halten die hohen Preise für legitim
Ob es dem Kartellamt allerdings gelingt, mit seinen Kontrollen und Bußgeldern den Appetit der Hoteliers zu zähmen, muss sich noch zeigen. In der Hotelbranche hält man an der Meinung fest, dass man in der Preisgestaltung frei sei und die Tarife einzig durch Angebot und Nachfrage reguliert werden.
Hotel-Auslastung sinkt 2009 deutlich
„Ein Event dieser Größe erhöht die Preise automatisch auf mindestens das Doppelte“, so eine Hotel-Spezialistin gegenüber der Zeitung. Allerdings sei das Gastgewerbe in diesem Jahr mit deutlichen Rückgängen bei der Auslastung konfrontiert, weshalb auch die Forums-Sonderpreise jetzt etwas niedriger ausfallen sollten als im Vorjahr.
Galt bislang eine Belegungsquote von 65 bis 90 Prozent zur gegenwärtigen Jahreszeit als gutes Ergebnis, so seien die meisten Häuser schon froh, wenn sie jetzt auf 35 bis 40 Prozent kämen. Manche Herbergen müssten sich momentan auch mit 15 Prozent bescheiden.
Quelle: Russland-Aktuell
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