Allianz Air Berlin und TUIfly: TUIfly-Verbund soll im November starten
Mittwoch, 27. Mai 2009
Flüge und Geschäftsreisen mit Air Berlin und TUIfly: Gemeinsame Billigflüge -Genehmigung des Kartellamts für Airline-Bündnis TUIfly und Air Berlin steht noch aus. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold geht davon aus, dass das Bundeskartellamt die geplante Verflechtung mit TUIfly genehmigt. Der neue Verbund könnte dann zum 1. November abheben. Ein Bericht von Klaus Hildebrandt/ fvw.de
„Das Kartellamt prüft derzeit die geplante Kooperation mit TUIfly“, sagte Hunold heute in einer Telefonkonferenz, „und wir erwarten Mitte September eine Entscheidung.“ Operativ könnte die Zusammenarbeit dann zum Beginn der Wintersaison ab 1. November umgesetzt werden.
Air Berlin und TUIfly planen eine wechselseitige Kapitalbeteiligung von 19,9 Prozent. Air Berlin soll die Vermarktung der Städte-Strecken von TUIfly übernehmen, der gelbe Carrier konzentriert sich dann unter seiner eigenen Marke auf den Ferienflug. Air-Berlin-Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer rechnet mit jährlichen Synergien von 20 Mill. Euro durch Kosteneinsparungen und zusätzliche Gäste durch „die Marketingpower der Air Berlin.“
Air Berlin baut das Firmengeschäft weiter aus. Hunold sieht hier trotz der Rezession gute Perspektiven. „Viele Unternehmen haben die Business Class für ihre Geschäftsreisenden gestrichen und kommen zu uns, da wir die Passagiere nicht diskriminieren.“ Air Berlin bietet nur eine Ein-Klassen-Konfiguration im innerdeutschen und im Europa-Verkehr.
Das Chartergeschäft sei im ersten Quartal wegen der Preiserhöhungen „robust“ gewesen. Für die Hochsaison im Sommer rechnet Hunold „nicht mit einer Preisschlacht“ im Kurzfristgeschäft. Air Berlin habe im Februar und März die Kapazitäten im Ferienflug zurückgenommen. Im übrigen sind kurzentschlossene Bucher im Einzelplatzgeschäft nach der Erfahrung von Hüttmeyer auch bereit, höhere Preise zu zahlen.
Verhalten äußerte sich Hunold zum Tarifkonflikt bei der LTU. Air Berlin habe den Beschäftigten eine Integration angeboten und man wolle nun ausloten, wie die Stimmungslage bei Piloten und dem Kabinenpersonal sei. Die Gewerkschaft Verdi hat die Flugbegleiter zur Urabstimmung über einen Streik aufgerufen. Air Berlin bietet den Flugbegleitern für 2009 3,6 Prozent mehr Gehalt, für 2010 einen Inflationsausgleich und eine Beschäftigungssicherung. Verdi fordert sechs Prozent mehr. Trotz der Urabstimmung laufen die Tarifverhandlungen allerdings weiter.
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