Sabre und Lufthansa Vorzugspreise: Keine Vorzugspreisgebühr bis 2013 – aber eigenes Entgelt
Montag, 11. Mai 2009
Vereinbarung GDS Sabre und Lufthansa: Vorzugspreise Lufthansa nicht kostenlos – Service-Entgelt aber wesentlich geringer als beim Reservierungssytem Amadeus. Ein Bericht von Dirk Rogl vom Geschäftsreisemagazin BizTravel.
Lufthansa bietet bis 2013 alle Tarife über Sabre an. Durch den neuen Vertrag verzichtet der Carrier in diesem GDS auf eine Vorzugspreisgebühr. Kostenfrei bietet Sabre-Managerin Anne Rösener Lufthansas beste Tarife trotzdem nicht an.
Lufthansa und Sabre haben einen Full-Content-Vertrag abgeschlossen, der bis Juni 2013 läuft. Demnach berechnet der Carrier für Buchungen des GDS bis zu diesem Zeitpunkt auch keine Vorzugspreisgebühren. Stattdessen erhebt künftig Sabre ein eigenes Entgelt.Basis für den Verzicht auf eine GDS-Fee ist das neue Programm Sabre Efficiency Plus, dem Reisebüros beitreten müssen. Einen Euro pro Segment und damit 3,90 Euro weniger als im Vorzugspreisprogramm der Lufthansa, berechnet Sabre den Agenten für Vorzugspreistickets.Eigene Rechnungen verschickt das GDS hierfür nicht. Vielmehr soll das neue Entgelt, das im weiteren Sinne der in angelsächsischen Märkten etablierten Opt-In-Fee entspricht, mit Incentives verrechnet werden, die Sabre für Flugbuchungen an die Reisebüros zahlt.
Die Höhe der neuen Entgelte werde die der Incentives für Lufthansa-Flüge nicht überschreiten, hieß es.„Damit bieten wir den Reisebüros eine langfristige Planungssicherheit“, sagte Anne Rösener, Zentraleuropa-Chefin von Sabre. Der heutigen Einigung waren offenbar zähe Verhandlungen mit Lufthansa vorausgegangen. Bislang gewährt Sabre nur bis Ende Juni diesen Jahres einen kostenfreien Zugriff auf die Vorzguspreise. Eine Fortsetzung war von vielen Reisebüro mit Spannung erwartet worden.Die erstmalig in Deutschland eingeführte Opt-In-Fee bietet Agenten eine Reihe von Vorteilen. Im Vergleich zur Vorzugspreisgebühr ist sie nicht nur weitaus geringer, sondern muss gegenüber dem Kunden auch nicht separat ausgewiesen werden. Zudem können die Agenten für dieses Entgelt die Vorsteuer abziehen beziehungsweise diesen Betrag direkt an den Kunden weitergeben.Genau hier beginnen allerdings auch die Probleme.
Bislang werden die von den GDS an die Reisebüros gezahlten Buchungsincentives in Höhe von mindestens 0,50 Euro pro Segment nicht immer direkt an die Kunden weitergegeben. Es ist davon auszugehen, dass die neue Opt-In-Fee dem Kunden künftig in vielen Fällen nicht direkt in Rechnung gestellt, sondern in die Servic-Fee der Büros integriert wird. Unter dem Strich werden die Margen der Büros im Fluggeschäft dadurch weiter sinken, falls es nicht gelingt, höhere Service-Entgelte im Markt durchzusetzen.
Quelle: Dirk Rogl/ BizTravel
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