Geschäftsreisen und Flüge mit KLM: Zuschlag bei Zahlung mit Kreditkarte
Sonntag, 26. April 2009
KLM-Flüge buchen: Zuschlag für Kreditkartenzahlungen bei Reisebüro-Buchungen – KLM-Plan trifft besonders die Geschäftsreise-Branche. Sind die Niederlande ein Vorbote für künftige Entwicklungen in Deutschland? KLM verlangt für Reisebüro-Buchungen, die mit Kreditkarte bezahlt werden, ab 1. Juli 7,50 Euro pro Strecke. Ein Bericht von Sabine Pracht/ BizTravel.
Geschäftsreiseketten und Herausgeber von Kreditkarten sind in heller Aufregung. Was für Buchungen über www.klm.nl bereits seit August 2006 gilt, soll jetzt auch in den niederländischen Reisebüros eingeführt werden: Ab 1. Juli kassiert KLM eine zusätzliche Gebühr von 7,50 Euro pro Ticket für Buchungen, die per Kreditkarte bezahlt werden. Dass dieser Vorstoß im stationären Vertrieb erst jetzt kommt, liegt daran, dass die GDS diesen neuen Gebühren-Posten bislang nicht darstellen konnten. Jetzt hat KLM grünes Licht von den GDS bekommen. Für Flugbuchungen über „alle wichtigen GDS“ würden die Gebühren fällig, heißt es bei KLM in Holland. Das gilt für KLM-, Air France-, Kenya Airlines- sowie Northwest Airlines -Buchungen in den Niederlanden.
Eine Ausweitung auf andere Märkte sei nicht geplant. Doch auch hierzulande erwarten Travel Manager und Geschäftsreiseketten, dass die Airlines weitere Gebühren einführen, um ihre Distributionskosten zu senken. Rechtlich haben die Anbieter bei der Weiterbelastung der Kosten für die Kreditkartenzahlungen volle Rückendeckung von der EU. Bis zum 1. November schließlich soll die europaweite Zahlungsdienstleistungsrichtlinie in nationales Recht umgewandelt werden. Danach ist die Weiterbelastung solcher Zuschläge für Kreditkartenzahlungen in der gesamten EU erlaubt. Auch die Lufthansa beobachtet „mit Interesse das laufende Gesetzgebungsverfahren“, heißt es im Unternehmen. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es seitens der Lufthansa aber keine konkreten Pläne zur Einführung einer zusätzlichen Gebühr für Kreditkartenzahlungen bei Buchungen über das Reisebüro.
In der Geschäftsreise-Branche jedoch bereitet sich so mancher Anbieter im Stillen bereits darauf vor. Auch Travel Manager und Geschäftsreiseketten rechnen damit, dass die Lufthansa nachlegt, sobald sich der Ärger um die Vorzugspreise gelegt hat. Signale, dass dies kurzfristig passieren könnte, verspüren die Geschäftsreiseketten jedoch noch nicht. KLM hat dem Vorzugspreis-Modell, wie es die Lufthansa in Deutschland eingeführt hat, hingegen eine klare Absage erteilt. Jüngst unterzeichnete die Airline einen Full-Content-Vertrag mit dem lokalen Marktführer Travelport. Die Vereinbarung gilt weltweit für Galileo- und Worldspan-Buchungen bis März 2013. Mehr dazu lesen Sie in der kommenden fvw, die am Donnerstag, den 30. April erscheint.
Quelle: BizTravel
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