Vorzugspreise Lufthansa und Swiss: Entscheidung über Service – Entgelte bei Sabre noch offen
Mittwoch, 1. April 2009
Reservierungssystem Sabre und Lufthansa: GDS-Fee für Lufthansa Vorzugspreise noch nicht entschieden – Reisebüros und Firmenkunden müssen sich weiter gedulden. Nach einem Bericht des Online-Reisemagazins BizTravel (ein fvw-Magazin) endete gestern eine wichtige Frist über die Entscheidung, ob auch über das Reservierungssystem Sabre zukünftig Service-Entgelte bei der Buchung von Lufthansa und Swiss Vorzugspreisen anfallen. Sabre-Managerin Anne Rösener verhandelt offenbar weiter mit Lufthansa über die Zukunft der Vorzugspreise. Ist Opt-in eine Lösung?
Der kostenfreie Zugriff der Reisebüros auf die Lufthansa-Vorzugspreise nach dem 30. Juni diesen Jahres ist offenbar weiter offen. Nach fvw-Informationen hätte sich ein entsprechender Rahmenvertrag zwischen Lufthansa und dem GDS automatisch verlängert, wenn er nicht bis gestern gekündigt worden wäre. Bislang lässt sich der aktuelle Status der Vertragsbeziehungen nicht eindeutig zuordnen. „Wir wind weiter in engen Gesprächen, um einen neuen Vertrag auszuhandeln, der weiterhin Zugriff auf den Lufthansa-Content ermöglicht“, kommentiert Sabre heute auf Anfrage. Zum Inhalt dieser Verhandlungen nahm Sabre allerdings ebenso wenig Stellung wie Lufthansa. Nach Angaben des Carriers sei der Vertrag mit Sabre allerdings nicht gekündigt worden und laufe noch mindestens bis zum 30. Juni 2009.Ob für die Zeit danach nun automatisch ein kostenfreier Zugriff auf die besten LH-Tarife via Sabre möglich ist, ist zurzeit völlig unklar.
Man wolle „die bestmögliche Lösung für Reisebüro-Kunden erzielen“, hieß es bei Sabre. Eine denkbare, wenn auch spekulative Lösung: Lufthansa hat Reisebüros, die Sabre nutzen, für ein weiteres Jahr von der GDS-Fee befreit. Allerdings könnte nun Sabre nun selbst ein Entgelt für die Buchung der Vorzugspreise nehmen. Dieses System wird in angelsächsischen Märkten als Opt-in-Modell bezeichnet und ist dort fest etabliert.Vorteil für Reisebüros ist, dass die von den GDS erhobene Opt-in Fee in der Regel deutlich geringer ist als das Vorzugspreisentgelt der Lufthansa in Höhe von 4,90 Euro pro Segment. Zudem können Agenten für diese Gebühr die Vorsteuer geltend machen und diese in ihre eigene Service-Fee integrieren. Als Rechnungsposten muss sie nicht zwingend separat ausgewiesen werden.
Lufthansa hatte sich bislang gegen Opt-in ausgesprochen. Allerdings hatte die künftige LH-Tochter Austrian Airlines bereits eine solche Lösung mit Travelport vereinbart, als das Vorzugspreissystem im Heimatmarkt etabliert wurde. Denkbar sogar, dass neben Sabre auch Amadeus mit Lufthansa über eine Opt-in-Vereinbarung verhandelt. Beide Parteien befinden sich zwar in einem erbitterten Rechtsstreit, sollen jedoch auch ihre Verhandlungen wieder aufgenommen haben.
Quelle: Dieter Rogl/ BizTravel
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