Vorzugspreise Lufthansa: Extremer Verlust von Marktanteilen bei Amadeus – neue Klage gegen Lufthansa
Donnerstag, 26. März 2009
Geschäftsreisen und Flüge: Reservierungssystem Amadeus im Rechtsstreit mit Lufthansa – Benachteiligung im Wettbewerb durch Vorzugspreise. Der Rechtsstreit um die Vorzugspreise von Lufthansa und Swiss geht weiter: Amadeus geht nun ins Berufungsverfahren mit einer Klage gegen Lufthansa über massive Wettbewerbsnachteile des Reservierungssytems, das vornehmlich von Reisebüros genutzt wird. Amadeus-Geschäftsführer Holger Taubmann äußerte sich hierzu vorsichtig optimistisch.
Der Rechtsstreit zwischen Lufthansa und Amadeus in eine neue Runde. Zum Auftakt der Verhandlungen legte Amadeus neue Argumente beim Oberlandesgericht Hamburg vor. Das Oberlandesgericht Hamburg muss entscheiden, ob Lufthansa per einstweiliger Verfügung zu einem Aussetzen seines Vorzugspreissystems gezwungen werden kann.Das GDS-System habe allein seit Februar zehn Prozent Marktanteil verloren, erklärte Rechtsanwalt Peter Bräutigam. Die Vorzugspreise hätten “dramatische Auswirkungen auf den gesamten Konzern Amadeus”.
Eine Entscheidung sei nicht vor Mai zu erwarten, so die Richter am Donnerstag zum Auftakt der Revisionsverhandlung über die umstrittene zusätzlichen Fees, die bei Buchung über das GDS anfallen.
Die Richter des 1. Kartellsenats des Oberlandesgerichts Hamburg beschäftigen sich nun in zweiter Instanz mit dem neuen Antrag von Amadeus. Besonderes relevant sind bei der neuen Klage für die Richter zwei Punkte:
Die Abgrenzung der Märkte und die Frage, ob Lufthansa eine marktbeherrschende Stellung einzuräumen ist und die Frage, ob Amadeus gegenüber den Mitbewerbern Sabre und Travelport diskriminiert wird.
Das Gericht sorgte bereits zu Beginn der Verhandlungen mit einer Reihe von detaillierten Fragen für Überraschung. Der Vorsitzende Richter Axel Gärtner beklagte die geringe Transparenz im GDS-Markt. Beide Parteien seien bei der Offenlegung äusserst zögerlich und geben nur einen geringen Einblick frei.
Amadeus-Geschäftsführer Holger Taubmann äußerte sich nach der ersten Verhandlungsrunde vorsichtig optimistisch: “Die intensive Erörterung zeugt von einem großen Interesse der Richter und gibt uns Zuversicht”, sagte Taubmann. Taubmann erklärte aber, dass mit einer schnellen Einigung zwischen Lufthansa und Amadeus aktuell nicht zu rechnen sei.
Quelle: Dieter Rogl/ fvw.de
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