Fraport verkauft Frankfurt Hahn für einen Euro: Rheinland-Pfalz übernimmt Fraport-Anteile am Flughafen Hahn
Mittwoch, 4. Februar 2009
Flughafen Frankfurt Hahn: Land Rheinland-Pfalz kauft Fraport – Anteile vom Flughafen Hahn, Hessen bleibt Miteigentümer. Das Land Rheinland-Pfalz übernimmt zum Preis von einem Euro alle Anteile des Flughafenbetreibers Fraport am Flughafen Hahn. Damit hält Rheinland-Pfalz nun 82,5 Prozent der Anteile. Hessen bleibt mit seinem bisherigen Anteil Miteigentümer der Flughafen Hahn GmbH.
Beide Seiten hätten sich auf einen symbolischen Kaufpreis von einem Euro verständigt, sagte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering am Dienstag in Mainz. Für das Management sei künftig das Land Rheinland-Pfalz verantwortlich. Das Land Hessen bleibe mit seinem bisherigen Anteil von 17,5 Prozent Miteigentümer der Flughafen Hahn GmbH.
Der hessische Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) bestätigte, dass Verhandlungen über einen Verbleib seines Landes in der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH laufen. Zentrale Bedingung hierfür sei aber, dass Hessen künftig keine finanziellen Verpflichtungen mehr habe und Rheinland-Pfalz diese uneingeschränkt übernehme.
Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport erwartet durch den Verkauf seiner Beteiligung am Hunsrück-Flughafen Hahn eine Sonderbelastung von etwa 30 Millionen Euro. Im Konzernabschluss für 2008 werde voraussichtlich eine Abschreibung in dieser Größenordnung verbucht, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Ursprünglich habe Fraport 44 Millionen Euro in das Eigenkapital der Hahn -Betreibergesellschaft investiert, jedoch zwischenzeitlich bereits eine Wertkorrektur vorgenommen. Zudem habe der Flughafen Hahn bei Fraport in den Jahren 1999 bis 2008 im Durchschnitt Verluste von etwa 15 Millionen Euro verursacht.
Mit dem Verkauf enden den Angaben zufolge alle bestehenden wirtschaftlichen Verpflichtungen der Fraport. Fraport-Vorstandsvize Stefan Schulte sagte, für sein Unternehmen sei «als börsennotierter Konzern» die wirtschaftliche Ertragsstärke der Beteiligungen das entscheidende Kriterium. Verlustbringer könne man sich dauerhaft nicht leisten. Für den Ausstieg sei entscheidend gewesen, dass ab sofort keine weiteren Verluste mehr zu tragen sein, was angesichts der vertraglichen Bindungen bis zum Jahr 2024 “eine große Belastung gewesen wäre”.
Der Hahn-Taler wurde wieder verworfen – der Anfang vom Ende für Fraport
Um aus den roten Zahlen zu kommen, hatte der Flughafen Hahn zuletzt geplant, eine neue Terminalgebühr von drei Euro pro Passagier zu erheben. Nach Ankündigung des Billigfliegers und Hauptkunden Ryanair, einen grossen Teil seiner Flotte abzuziehen, wurde die Zusatzgebühr gegen den Willen des Miteigentümers Fraport wieder verworfen. Ohne die Umsetzung des von Fraport vorgestellten Zukunftskonzeptes sah diese den Betrieb von Frankfurt-Hahn für das Unternehmen als «nicht mehr möglich» an uns stieg aus.
«Das Land Rheinland-Pfalz und Fraport haben unterschiedliche Prioritäten», sagte Hering zu dem offenen Streit. Das Land habe das Risiko nicht eingehen wollen, dass der Hauptkunde vom Hahn seine Drohung wahr mache und sich schrittweise vom Flughafen zurückziehe. «Rund 6000 Arbeitsplätze wären unmittelbar gefährdet gewesen. Dies konnten wir nicht zulassen», betonte er.
Fraport war bis Ende vergangenen Jahres mit 65 Prozent der größte Anteilseigner des Flughafens Frankfurt-Hahn. Die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen besaßen bislang jeweils 17,5 Prozent der Anteile.
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