Übernahme Fluggesellschaften: Plant Etihad Airways Beteiligung an Air Berlin?
Dienstag, 23. Dezember 2008
Beteiligung von Etihad Airways an Air Berlin: Spekulationen über den Einstieg der Arabischen Airline Etihad Airways bei Air Berlin. Nach Medienberichten zufolge soll die stark expandierende Fluggesellschaft Etihad Airways offensichtlich planen, Aktien an Air Berlin zu erwerben. Das berichtete die ‚Süddeutsche Zeitung’. Über die Höhe des Aktienpakets wurden keine Angaben gemacht. Etihad fliegt Frankfurt und München an, Air Berlin könnte Zubringerflüge aus anderen deutschen Städten anbieten, da die Fluggesellschaft selbst keine Flüge in den Nahen Osten anbietet.
Ab März 2009 erweitert Etihad ihre Flugverbindungen Richtung Asien. Die Fluggesellschaft wird dann von ihrem Heimatflughafen Abu Dhabi fünf Flüge wöchentlich nach Tokio Narita anbieten. Etihad bietet schon jetzt zahlreiche Verbindungen zu Metropolen in Asien, zum Beispiel Flüge nach Peking, Singapur, Bangkok, Manila und Kuala Lumpur.
Experten glauben allerdings nicht an Etihad-Einstieg bei Air Berlin – Analysten halten einen Einstieg der arabischen Airline bei Air Berlin für unwahrscheinlich. Eine Komplettübernahme wäre aufgrund eines dann drohenden Verlusts der Luftverkehrsrechte in Deutschland nur schwer möglich, so die Experten. Eine Beteiligung würde sich ihrer Ansicht nach für die Araber aus Abu Dhabi kaum lohnen, da Etihad damit keinen maßgeblichen strategischen Einfluss geltend machen könne.
Der niedrige Aktienkurs der Air Berlin ist schon häufiger Auslöser für Spekulationen über eine mögliche Übernahme. Die Aktie hat in diesem Jahr 65 Prozent an Wert verloren. An der Börse ist das Unternehmen zur Zeit rund 320 Millionen Euro wert.
BHF-Bank-Analyst Nils Machemehl hält es für unwahrscheinlich, dass sich Air-Berlin-Großaktionäre wie der russischstämmige Amerikaner Len Blawatnik zu den derzeitigen Kursen von ihren Aktien trennen würden. Blawatniks Einstieg mit knapp 20 Prozent war Mitte Mai bekanntgeworden; damals war die Aktie etwa acht Euro wert. Bei einem Verkauf müsste er mithin hohe Verluste hinnehmen. Denkbar ist nach Ansicht von Machemehl nur eine Kooperation, von der beide Unternehmen profitierten.
Sollte sich Etihad trotzdem bei Air Berlin engagieren, hält LBBW-Analyst Per-Ola Hellgren nur eine reine Finanzinvestition für denkbar. Es gebe keine sichtbaren Berührungspunkte zwischen Etihad und Air Berlin, die einem strategischen Zusammenschluss reizvoll machen würden. Air Berlin ist auf innereuropäische Ziele, Ferienziele in den USA, der Karibik, Nordafrika und Südostasien spezialisiert.
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