Reisen mit der Bahn von Berlin nach Warschau: Brücke über die Oder fertiggestellt – schnellere Bahnverbindungen nach Osteuropa
Montag, 15. Dezember 2008
Geschäftsreisen und Güterverkehr mit der Bahn: Züge von Berlin nach Warschau fahren ab sofort wieder schneller über die neue Oder-Brücke. Die Deutsche Bahn hat eine 443 Meter lange zweigleisige Eisenbahnbrücke über die Oder in einer Bauzeit von nur zehn Monaten bei Frankfurt(Oder) komplett erneuert. Mit dem Neubau der Brücke wurde ein Nadelöhr auf der europäischen Ost-West-Magistrale zwischen Warschau und Berlin beseitigt. Die wichtige Bahnverbindung über die Oder ist pünktlich zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember wieder befahrbar.
Der Neubau der Brücke zwischen Warschau und Berlin ist sowohl für den Güter- als auch für den Personenverkehr von grösster Bedeutung. Wolfgang Tiefensee, Minister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, und Prof. Juliusz Engelhardt, Vizeminister im polnischen Ministerium für Infrastruktur, gaben gestern gemeinsam mit Dr. Otto Wiesheu, Vorstand Wirtschaft und Politik der Deutschen Bahn AG, und dem Vorstandsvorsitzenden des polnischen Bahnnetz-Betreibers PKP-PLK, Krzysztof Celinski, die neue Oderbrücke für den Verkehr frei.
„Wir sind pünktlich zum Fahrplanwechsel fertig geworden. Dafür allen am Projekt Beteiligten im DB-Konzern, bei der PKP und bei den deutschen und polnischen Behörden Dank. Wir brauchen eine leistungsfähige Verbindung über die Oder vor allem für den wachsenden Ost-West-Güterverkehr. Darüber hinaus hat die Oderbrücke Bedeutung für künftige transkontinentale Projekte wie die Containerzugverbindung von Peking nach Hamburg“, sagte Wiesheu.
Die Baukosten in Höhe von 25 Millionen Euro wurden von der Bundesrepublik Deutschland getragen. Die ältesten Teile der Oderbrücke bei Frankfurt (Oder) stammten aus dem Jahr 1870. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke bis 1951 wiederhergestellt. Seit dem Baubeginn im Februar 2008 wurde die Brücke Stück für Stück von einem Neubau ersetzt. Über die Oder spannt sich jetzt eine Netzwerk-Bogenbrücke mit 104 Metern Stützweite. Es ist die erste zweigleisige Eisenbahnbrücke dieser Bauart in Deutschland.
Die alte Brücke konnte nur noch eingleisig und mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden. Für die Zeit der Sperrung hatten die Deutsche Bahn und die polnische Bahn umfangreiche Maßnahmen für die Umleitung des Verkehrs getroffen. Insgesamt 9600 Züge waren von der Sperrung direkt betroffen. Sechs deutsch-polnische Grenzübergänge wurden für die Umleitung des Verkehrs genutzt. Die meisten Züge passierten die deutsch-polnische Grenze bei Kietz/Kostrzyn, darunter auch die täglich 14 internationalen Fernverkehrszüge. Für den Regionalverkehr wurde bis jetzt ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
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