Reisen nach Somalia: Reisewarnung und Reisehinweise
Montag, 8. Dezember 2008
Geschäftsreisen nach Somalia: Reisewarnung sowie Reisehinweise und Sicherheitshinweise zur Lage in Somalia und Mogadischu: Situation in Somalia: Vor Reisen nach Somalia und in die Gewässer vor Somalia wird eindringlich gewarnt. Deutschen Staatsangehörigen wird dringend geraten, das Land zu verlassen. In ganz Somalia besteht für westliche Staatsangehörige ein sehr hohes Entführungsrisiko.
Im gesamten Golf von Aden (auch innerhalb jemenitischer Küstengewässer), vor der Küste Somalias und in den angrenzenden Gewässern besteht ein sehr großes Risiko von Piratenangriffen und Entführungen. Am 16.11.2008 wurde sogar Hunderte von Kilometern vor der kenianischen Küste ein großer Tanker von somalischen Piraten gekapert. Trotz wachsender internationaler Bemühungen zur Eindämmung der Piraterie kann ein wirksamer Schutz bisher nicht gewährleistet werden. Es kommt weiterhin nahezu täglich zu Piratenangriffen, inzwischen mindestens zweimal auch auf große Kreuzfahrtschiffe.
Aktuelle Informationen gewährt das IMB Piracy Reporting Centre
Reisende gehen ein sehr hohes Sicherheitsrisiko ein. Im Falle einer (sei es gesundheitlichen, sei es kriminalitätsbedingten) Notlage fehlen weitgehend funktionierende staatliche Stellen, die Hilfe leisten könnten.
Die Deutsche Botschaft in Somalia ist geschlossen, die Gewährung konsularischen Schutzes ist nicht möglich. Zuständig ist die deutsche Botschaft in Nairobi/Kenia (Tel. 00254-20-4262100, Fax: 00254-20-4262129), Mail: info@nairobi.diplo.de).
Die Sicherheitslage in Somalia ist sehr schlecht. Ausländische Staatsangehörige sind immer wieder Opfer von Entführungen und Mordanschlägen.
Die Zahl der Selbstmordattentate nimmt zu. Hiervon ist nicht mehr nur der Süden (einschließlich Großraum Mogadischu) betroffen: Ende Oktober 2008 sind bei koordinierten Bombenanschlägen in Hargeisa (Somaliland) und Bossasso (Puntland) zahlreiche Menschen zu Tode gekommen.
Besonders kritisch ist die Lage in Zentral- und Südsomalia, einschließlich Mogadischus und der beiden Shabelle-Regionen. Neben der Gefahr gezielter Mordanschläge auf Ausländer und Entführungen ist dort stets mit Anschlägen (ferngesteuerte Sprengsätze, Granatbeschuss u.ä.) und bewaffneten Auseinandersetzungen zu rechnen. Diese ziehen auch Unbeteiligte in großer Zahl in Mitleidenschaft.
Auch in Puntland (im Nordosten Somalias) sowie im umstrittenen Grenzgebiet zwischen Puntland und Somaliland (im Nordwesten Somalias) muss mit extremer Unsicherheit gerechnet werden. Zudem ist es in bzw. von Puntland aus jüngst zu mehreren Entführungen westlicher Staatsangehöriger und zu zahlreichen Schiffskaperungen gekommen. Im Sommer 2008 wurden zwei deutsche Staatsangehörige im Golf von Aden von Piraten entführt und für sieben Wochen in das zwischen Somaliland und Puntland umstrittene Gebiet verschleppt. Kurz darauf kam es zu einer weiteren Entführung deutscher Staatsangehöriger.
Reisen nach Somaliland sind ebenfalls gefährlich. Dies wurde Anfang 2008 durch die Entführung eines deutschen Staatsangehörigen in der zwischen Somaliland und Puntland umstrittenen Sanaag-Region und durch die Bombenanschläge vom 30.10.2008 erneut unterstrichen.
Die Sicherheitslage in ganz Somalia (dies gilt auch für Somaliland!) ist zudem durch eine sehr hohe Allgemeinkriminalität gekennzeichnet. Die Sicherheitskräfte sind nicht in der Lage, hiergegen nachhaltig vorzugehen.
Wegen der Gefahr von Piratenangriffen, auch weit vor der somalischen Küste, wird vor Reisen durch diese Gewässer gewarnt. Diese Gefahr besteht auch vor den Küsten angrenzender Länder.
Die von der Europäischen Union beschlossene Marineoperation wird bis zu 500 Seemeilen vor den Küsten Somalias und der Nachbarländer umfassen. Ziel ist die Abschreckung, Verhütung und Bekämpfung von seeräuberischen Handlungen und bewaffneten Raubüberfällen vor der Küste Somalias.
Weitere Informationen beim Auswärtigen Amt
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