Reisen nach Amsterdam: Amsterdam schließt Bordelle und Coffee Shops
Samstag, 6. Dezember 2008
Tourismus und Städtereisen Amsterdam: Amsterdam will attraktiver für Städtereisende und Besucher werden – Rotlichtviertel und Anzahl der Coffee-Shops wird um die Hälfte reduziert. Reisen nach Amsterdam sollen künftig nicht mehr mit den Stichworten Prostitution oder Drogen in Verbindung gebracht werden. Die Stadt Amsterdam setzt deshalb künftig stärker auf kulturelle Attraktionen, anstatt auf Hasch-Cafés und Schaufenster für Prostituierte. Diese müssen sich zurückziehen.
Die Stadt will die berühmt-berüchtigten Hurenfenster und Haschischkneipen in der historischen Altstadt auf die Hälfte reduzieren. Zugleich sollen die so genannten Wallen – das Rotlichtviertel der holländischen Metropole – zu “einem der spannendsten, abwechslungsreichsten und interessantesten” Stadtvierteln Europas umgestaltet werden.
Seinen Ruf als tolerante und weltoffene Stadt will Amsterdam dabei aber nicht aufs Spiel setzen. «Es wird ein Ort mit 200 Schaufestern (für Prostituierte) und 30 Coffee Shops sein, was man nirgendwo sonst in der Welt findet, aber auch ein Ort mit kulturellen Attraktionen, so dass man es nicht peinlich finden muss, über einen Besuch hier zu sprechen», sagte Stadtrat Lodewijk Asscher. Amsterdam sei eine tolerante und verrückte Stadt, aber kein Schutzraum für Kriminelle.
Die Maßnahmen richten sich gegen Gewerbe, die nach Ansicht der Stadt zur Kriminalität beitragen, wie Bordelle, Spielhallen und Coffee Shops, in denen frei Marihuana verkauft wird. Die Stadt erklärte, viele dieser Firmen würden von Drogen- und Menschenhändlern für die Geldwäsche benutzt. Asscher sagte, es gebe zahlreiche Möglichkeit, das Gebiet neu zu gestalten. So will die Stadt 30 bis 40 Millionen Euro ausgeben, um Hotels, Restaurants und Geschäfte in der Altstadt anzusiedeln. Prostituierte und Mitarbeiter von Haschisch-Cafés sollen Unterstützung erhalten, wenn sie im Zuge der Neustrukturierung ihre Arbeit verlieren.
Künftig wird die Prostitution nur noch in zwei Gebieten erlaubt sein, so in De Wellen, einem Netz aus Straßen und Gassen um die mittelalterlichen Wälle. Das Gebiet gilt schon seit dem frühen 17. Jahrhundert als Zentrum der Prostitution.
Am Ende werde es in einem verkleinerten Rotlichtviertel im Herzen der Wallen immer noch rund 240 Prostituiertenfenster und fast 40 Coffee-Shops geben, die dann aber voll unter behördlicher Kontrolle stünden.
In den frei werdenden Häusern sollen künftig hochklassige kulturelle und gastronomische Angebote die Attraktivität der Wallen als Szene- und Amüsierviertel für Touristen und Einwohner deutlich erhöhen.
Prostitution ist in den Niederlanden seit 2000 legal. Auch Verkauf und Besitz von weniger als fünf Gramm Marihuana sind erlaubt.
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