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Deutsche Bahn: Unfallgefahr für Bahnkunden bei über 700 Elektrotriebzügen

Donnerstag, 13. November 2008

Bahn_Reisen.jpgReisen mit der Bahn: Neues Sicherheitsproblem bei der Deutschen Bahn – Unfallgefahr für Fahrgäste beim Ein-und Ausstieg. Die Deutsche Bahn muss sich mit einem weitere grossen Sicherheitsproblem auseinandersetzen: Erst war die Sicherheit der Fahrgäste durch defekte Achsen in Gefahr, nun wurde ein neues Risiko entdeckt: Bei über 700 Elektrotriebzügen besteht Verletzungsgefahr beim Ein- und Aussteigen.

Bei der Deutschen Bahn AG gibt es nach einem Bericht des Bielefelder “Westfalen Blattes” (Ausgabe vom Donnerstag) ein neues Sicherheitsproblem. Nach Informationen des Eisenbahnbundesamtes besteht in 746 Elektrotriebzügen der Baureihen ET 423-426 für Reisende beim Ein- und Aussteigen Verletzungsgefahr. Zusätzlich müssen die Züge ihr Tempo von 160 auf 125 KM/Std. veringern, da die Bremskraft nicht ausreicht. Die Bonner Aufsichtsbehörde hat daher die Bahn angewiesen, die Türschließautomatik in den Nahverkehrszügen abzuschalten. Bis zur Umrüstung sollen die Türen nun manuell vom Triebfahrzeugführer geschlossen werden, erklärt die Behördensprecherin Bettina Baader der Zeitung.

Die Bahn hält diese Maßnahmen zur Gefahrenabwehr für unangemessen und hat Klage gegen das Eisenbahnbundesamt beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Nach Angaben von Gerichtssprecher Klaus-Peter Uhlenberg liegt die Klagebegründung der Bahn inzwischen vor. Derzeit warte das Gericht auf eine Stellungnahme des Eisenbahnbundesamtes. Einen Verhandlungstermin werde es vermutlich erst im nächsten Jahr geben, sagte Uhlenberg der Zeitung.

Bisher schon 61 Unfälle erfasst

Die Elektrotriebzüge werden als Regionalbahnen, Regional-Expresszüge und S-Bahnen eingesetzt. Bei Zügen der Baureihe 423 hatte es dem Zeitungsbericht zufolge in den vergangenen Jahren eine Unfallserie gegeben. Ältere Menschen oder Kinder waren vom Druck der Türen zu Boden geschleudert und verletzt worden. Ferner wurden Hände, Kinderarme und Hundeleinen eingeklemmt. Die Staatsanwaltschaft Köln hatte bundesweit 61 dieser Unfälle untersucht. Die Ermittlungsverfahren wurden wegen geringer Schuld eingestellt.

Das Eisenbahnbundesamt hatte zunächst angeordnet, nur die Baureihe ET 423 umzurüsten. Die Bahn scheiterte mit ihrem Widerspruch und musste mit der Umrüstung beginnen. Später wurde die Anordnung auch auf die Baureihen 424-426 ausgeweitet, da die Bauart der Züge ähnlich sei, sagte Baader dem Blatt. Bei diesen drei Baureihen sei aber nicht die sofortige Umrüstung angeordnet worden. Nach Angaben eines Bahnsprechers sind bereits bei 380 der betroffenen 448 Züge der Baureihe ET 423 die Maßnahmen durchgeführt  worden.

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