Tourismusgipfel Berlin: Chancen und Herausforderungen der Tourismusbranche
Dienstag, 14. Oktober 2008Tourismus: Politik soll Rahmenbedingungen endlich verbessern – Tourismus als Motor der Binnenkunjunktur. Echte Chancen statt ständig neue Herausforderungen soll die Politik für die Tourismusbranche, einen Motor der Binnenkonjunktur in Deutschland, schaffen. Mit diesem Appell eröffnete der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) Klaus Laepple den diesjährigen Tourismusgipfel.

„Neben wirtschaftlichen Entwicklungen und der Reiselust der Bürger definieren insbesondere politische Entscheidungen die Voraussetzungen unserer Arbeit, unserer Handlungsmöglichkeiten und letztlich unserer Angebote. Diese Entscheidungen können Chancen sein, sie sind aber leider viel zu häufig Herausforderungen“, kritisierte Laepple in seiner Eröffnungsrede vor rund 500 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Medien.
Nichtdestotrotz blickte der BTW-Präsident prinzipiell positiv in die Zukunft der Tourismuswirtschaft: „Die Deutschen sind nach wie vor Reiseweltmeister, der Deutschland-Tourismus boomt, der Geschäftsreisemarkt legt positive Zahlen vor. Die Tourismusbranche hat sogar das Potenzial, zur Lösung der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Probleme beizutragen.“ Wie kaum ein anderer Wirtschaftsbereich schaffe der Tourismus Wertschöpfung im Land und genau darauf könne es in Zeiten einer drohenden Rezession ankommen. Doch müssten dafür auch die Rahmenbedingungen stimmen, die die Politik vorgebe.
In Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs sei versäumt worden, so Laepple, notwendige politische Weichenstellungen vorzunehmen. Die Wirtschaftskraft der kleinen und mittelständischen Betriebe sei nicht gestärkt, das Steuer- und Arbeitsrecht nicht optimiert und Wettbewerbsverzerrungen nicht abgebaut worden. Als Beispiel nannte er u.a. das Nein des Bundesrats zur abgesenkten Mehrwertsteuer für die Hotellerie in Deutschland. Handeln statt blockieren müsse endlich die Devise sein.
Zudem dürften nicht ständig neue Belastungen und Wettbewerbsnachteile für die Branche geschaffen werden. In Zeiten steigender Energie- und Lebenshaltungskosten seien die Einbeziehung des Luftverkehrs in den Emissionshandel, die fehlenden Ausnahmeregelungen für Busse im Rahmen der Umweltzonen oder Diskussionen um eine Pkw-Maut völlig deplatziert. Kontraproduktiv im Hinblick auf die aktuellen Rezessionssorgen sei auch, mit einem einheitlichen Krankenkassenbeitrag in Höhe von 15,5 % die Konsumbereitschaft der Bürger und die Wettbewerbsfähigkeit personalintensiver Unternehmen zu reduzieren. Er appellierte an die Politik, die Stärken der Branche als Chance für das angeschlagene Wirtschaftssystem zu erkennen und zu unterstützen. Dafür seien ein Umdenken und Korrekturen dringend notwendig.
Im Rahmen des diesjährigen Tourismusgipfels diskutieren führende Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Medien bis Dienstagmittag über Chancen und Herausforderungen der Tourismusbranche.
Mehr Informationen: btw.de
Quelle: DMM
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