Flughafen Münster/ Osnabrück soll einen eigenen Bahnanschluss erhalten
Dienstag, 23. September 2008
Geschäftsreisen: Landratsfraktionen wollen Bahnanschluss für Flughafen Münster/Osnabrück (FMO): Alle Landratsfraktionen sind sich einig: Der Flughafen Münster / Osnabrück (FMO) soll einen eigenen Bahnanschluss bekommen. Bereits in der kommenden Woche wollen die Mitglieder des Verkehrsausschusses im Landtag mit Bahnvorstandsmitglied Otto Wiesheu ein erstes Sondierungsgespräch führen.
Mit dem eigenen Bahnhof will der FMO den Anschluss im internationalen Wettbewerb der Regionalflughäfen nicht verpassen. „Gutachten belegen, dass sich das Fluggastaufkommen in den kommenden 15 Jahren mindestens verdoppeln wird. Um dann konkurrenzfähig zu sein, müssen wir unseren Fluggästen auch die Anreise mit der Bahn ermöglichen“, erklärte FMO-Geschäftsführer Gerd Stöwer am Montag nach einer Sitzung des Verkehrsausschusses im Flughafen. Im Generalausbauplan für den Flughafen sei zwar immer ein Bahnanschluss vorgesehen gewesen, doch bisher hätte sich die Politik nicht einigen können. „Der fraktionsübergreifende Schulterschluss ist erst jetzt geglückt“, zeigte sich Stöwer sichtlich erleichtert.
Für Christof Rasche, Verkehrsexperte der FDP-Landtagsfraktion, bedeutet der geplante Bahnanschluss ein klares Bekenntnis der Politik zur dezentralen Luftverkehrspolitik. „In NRW zählen nicht nur Köln und Düsseldorf. In der Region ist der Flughafen Münster / Osnabrück ein wichtiger Jobmotor und muss daher infrastrukturell weiter aufgewertet werden“, sagte Rasche. Gerade die Bedeutung als einer der großen Arbeitgeber in der Region ist auch für die Grünen Grund genug, dem Schienenanschluss zuzustimmen.
Wo die neue Trasse verlaufen soll und ob sie nur von Münster aus zum FMO führt oder als Durchgangstrecke von Münster über den Flughafen bis nach Osnabrück verlegt wird, ist noch völlig unklar. Die Detailplanungen sollen nach dem Gespräch mit Bahnvorstand Wiesheu beginnen, mit einer Fertigstellung rechnen die Verantwortlichen aber erst in 15 bis 20 Jahren. Das aktuelle Fluggastaufkommen von 1,6 Millionen Passagieren pro Jahr rechtfertigt nach Bahnaussagen momentan noch keinen eigenen Bahnanschluss.
Der neue Autobahnzubringer von der A 1 zum FMO wird dafür bereits Anfang 2009 fertiggestellt sein. Und auch in Sachen Startbahnverlängerung rechnet Gerd Stöwer in den kommenden sechs Monaten mit einer Entscheidung . „Die Verlängerung gehört zum Luftverkehrskonzept 2010 und bis auf diese Maßnahme sind alle anderen umgesetzt. Damit von unserem Flughafen auch Interkontinentalflüge starten können, brauchen wir die längere Startbahn“, unterstrich Stöwe wiederholt deren Bedeutung. In dieser Angelegenheit droht allerdings weiterhin kräftiger Gegenwind aus den Reihen der Opposition. „Sollte auf niederländischer Seite der neue Regionalflughafen Twente kommen, droht Münster an Bedeutung zu verlieren. Dann wäre eine Startbahnverlängerung ein unsinniges verkehrspolitsiches Wettrüsten, welches gründlich hinterfragt werden muss“, erklärte die Grünen-Landtagsabgeordnete Barbara Steffens.
Quelle: Thomas Oeben/ die Glocke
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