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Fraport: Unzufrieden mit Flughafen Hahn

Freitag, 16. Mai 2008

airport_frankfurt_hahn.jpgFraport möchte Hahn los werden. Der Flughafen Hahn (im Hunsrück), 120 Kilometer westlich von Frankfurt/M. ist mit rund 4 Mio. Passagieren (2007) der elftgrößte internationale Verkehrsflughafen Deutschlands. Betreiber Fraport ist unzufrieden wegen roter Zahlen und setzt dem Airport ein Ultimatum.

Rund 50 Flugziele weist der neue Sommerflugplan aus, darunter erstmals eine innerdeutsche Verbindung nach Berlin. Ryanair ist mit Abstand die größte Fluggesellschaft in Hahn. Bis 2012 wollen die Iren die Zahl ihrer dort stationierten Maschinen auf 18 steigern – die Zahl der Fluggäste soll sich bis dahin auf 8 Mio. verdoppeln. Die Bundesstraße 50 wird derzeit vierspurig ausgebaut, um den Flughafen besser mit der Rhein-Main-Region zu verbinden. Zudem soll es zukünftig mit der Wiederbelebung der Hunsrückbahn auch eine Schienenverbindung in Richtung Frankfurt geben – wann, ist allerdings noch offen.

In den Ausbau des Flughafens – gerade steht wieder eine Erweiterung des Terminals an – musste die Betreibergesellschaft, die zum Fraport Konzern gehörende Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, viel Geld investieren. Unter dem Strich schrieb sie 2007 rote Zahlen in Höhe von mehr als 15 Mio. Euro – bis 2010 soll es aber endlich Gewinne geben.

Nicht zuletzt darum ist Fraport mit der Entwicklung auf dem Hahn unzufrieden. Wenn nicht in zwei bis drei Jahren Gewinne geschrieben würden, wolle man die Beteiligung verkaufen, teilte Fraport Ende Februar mit.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2008 verbuchte der Flughafen Hahn mit 314.000 Fluggästen einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 13,8 %.

“Im Gesamtergebnis sind wir nicht ganz nach Plan gelaufen”, räumte ein Sprecher der Flughafen-Geschäftsführung ein. Der Flughafen wolle nun Investitionen strecken und versuchen, an zusätzliche Erlöse heranzukommen. “Wir bauen ein Schulungszentrum, und wir wollen Hotelanlagen auf dem Flughafengelände realisieren.” Der Flughafen wolle diese selbst betreiben. Eine Erhöhung der Start- und Landegebühren für die Fluggesellschaften sei ebenfalls kein Tabu.

Kritiker führen an, dass der Flughafen sich von Ryanair als einzigem starken Partner abhängig gemacht habe. “Wenn die Iren mal eine Krise kriegen, dann sieht es eher düster aus”, sagt der Trierer Verkehrsexperte Heiner Monheim. Zudem steckte das Land große Summen in die Entwicklung des Flughafens. So wurden auch Schulungen von Ryanair auf dem Flughafen indirekt mit Landesmitteln unterstützt. Neue Flugziele kommen und gehen. Hahn-Geschäftsführer Schumacher räumt ein, dass eine Fluggesellschaft “einen einmaligen Marketingzuschuss von 127.000 Euro” bekommt, wenn sie siebenmal wöchentlich für eine bestimmte Zeit ein neues Ziel anfliege.

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