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Reisen in den Libanon: Reisewarnung

Montag, 12. Mai 2008

libanon.gifAktueller Hinweis
Vor Reisen in den Libanon wird dringend abgeraten.
 

Lage vor Ort

Seit Mittwoch 07. Mai 2008 kommt es in einigen Teilen des Landes zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von Regierung und Opposition, mit Sperrungen der Zugänge des Flughafens Beirut und mehrerer Straßenverbindungen. Aktuell ist der Flughafen geschlossen. Seit Mittag des 9. Mai flauen die Kämpfe ab. Dennoch ist die Lage vor allem in West-Beirut und Tripoli weiterhin unübersichtlich.

Eine anhaltende Beruhigung der Lage ist noch nicht absehbar. Mit einer  Blockade des Flughafens Beirut auf unbestimmte Zeit ist zu rechnen.  

Von den Auseinandersetzungen bisher besonders betroffen waren konfessionell gemischte Gebiete in Beirut wie Ras el-Nabaa, Mousaitbeh, Jnah, Cola und Corniche Mazraa. Auch in der zentralen Bekaa-Ebene, in Tripoli und im Norden kam es zu Auseinandersetzungen und Straßensperrungen. Die libanesische Armee hat mehrere Straßensperren beseitigt, dennoch bleibt die Lage volatil.

Der Südlibanon (alle Gebiete südlich von Saida) ist von den Auseinandersetzungen nicht betroffen, allerdings waren die Verkehrswege nach Beirut und über die Bekaa nach Norden immer wieder unterbrochen, eine erneute Unterbrechung ist im Bereich des möglichen.

Die nördliche Bekaa-Ebene (Bezirke Baalbek und Hermel) ist weitgehend ruhig geblieben.  

Verhaltensempfehlungen für Deutsche

Grundsätzlich wird Reisewilligen angeraten, zunächst am Aufenthaltsort zu bleiben und in Ruhe abzuwarten, dass sich die Ausreisemöglichkeiten verbessern.

Der Grenzübergang Masnaa ist offen, die  Zufahrtstrasse jedoch noch teilweise gesperrt. Von Versuchen, über Masnaa auszureisen, wird deshalb derzeit abgeraten. Die beiden Grenzübergänge Abudiyeh und Al Arida im Norden von Tripolis, die am 9.5. und 10.5. zeitweilig blockiert waren, sind derzeit wieder geöffnet, die Straßen dorthin sind  benutzbar. Dennoch wird auch bei der Benutzung dieser Straßen zu erhöhter Vorsicht geraten. Nachtfahrten sollten vermieden werden.

Reisende, die sich in ruhigen Gebieten befinden, können sich mit Taxis oder den weiterhin verkehrenden Bussen (regulär oder privater Charter) über die nördlichen Grenzübergänge (Arida, Aboudieh) nach Syrien begeben und von dort ausreisen.  Ein syrisches Transitvisum ist an der Grenze normalerweise erhältlich. Die Botschaft kann im Bedarfsfall einen sogenannten Schutzschein ausstellen und Reisewilligen eine Bitte an das syrische Außenministerium aushändigen, bei der Visumsvergabe für Syrien großzügig zu verfahren.

Die Hotelkapazitäten in Damaskus sind ausgebucht. Der Flughafen in Damaskus ist derzeit ebenfalls überlastet, mehrtägige Wartezeiten müssen einkalkuliert werden. Auf die Möglichkeit der Weiterreise über Amman oder über die Türkei wird hingewiesen.

Für die Umbuchung der Flüge ist der einzelne Reisende verantwortlich. 

Angespannt bleibt die Lage in West- und Südbeirut. Den hier befindlichen Deutschen wird dringend empfohlen, sich über die Medien über die aktuelle Situation zu informieren, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten und zu Hause oder im Hotel zu bleiben. Deutschen, die sich im Lande aufhalten und sich bisher nicht in die Deutschenliste der Botschaft eingetragen haben wird darüber hinaus empfohlen, ihren Aufenthaltsort und ihre Erreichbarkeit der Botschaft Beirut telefonisch (04-929 600), per Fax oder per Mail mitzuteilen.

Im Südlibanon (alle Gebiete südlich von Saida) befindlichen Deutschen wird geraten, die weiteren Entwicklungen abzuwarten und sich ebenfalls bei der Deutschen Botschaft registrieren zu lassen. Die Autobahn von Saida nach Beirut ist derzeit unsicher, von einer Benutzung wird abgeraten.  

Dauerhaft im Libanon lebenden Deutschen wird empfohlen, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren. 

Die Botschaft wird dafür auch über das Pfingstwochenende geöffnet sein. Öffnungszeiten können über den Bereitschaftsdienst erfragt werden.
Landesspezifischer Sicherheitshinweis sowie Reisewarnung für Gebiete und Flüchtlingslager im Norden und Süden des Libanon

Von Reisen in den Libanon wird dringend abgeraten (siehe „Aktueller Hinweis“).

Gewarnt wird vor Reisen in die palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al-Bared und Beddawi bei Tripoli / Tarabulus im Nordlibanon, in die Bekaa-Ebene nördlich von Baalbek, in das Flüchtlingslager Ain al-Helweh bei Sidon / Saida sowie in die Gebiete südlich des Litani (mit Ausnahme der Stadt Tyros / Sur), die südliche Bekaa-Ebene und das Grenzgebiet zu Israel.

Terrorismus

Im Libanon besteht ein erhöhtes Risiko von Anschlägen gegen Personen, Gebäude oder Einrichtungen, die aus der Sicht von Extremisten als Ziele mit Symbolcharakter angesehen werden könnten. Es wird empfohlen, solche Ziele und größere Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden.

Bei verschiedenen gezielten Sprengstoffanschlägen im Raum Beirut sind seit dem Frühsommer 2007 zahlreiche Menschen getötet oder verletzt worden. Zuletzt ereigneten sich im Raum Beirut zwei Autobombenattentate im Januar 2008 und ein Anschlag im Dezember 2007. Ein am 24. Juni 2007 auf eine spanische Patrouille der im Südlibanon stationierten Friedenstruppen der Vereinten Nationen (UNIFIL) verübter Anschlag forderte sechs Todesopfer. Die Hintergründe dieser Anschläge sind bisher nicht geklärt.

Bei Kämpfen zwischen libanesischer Armee und sunnitischen Extremisten in der Region Tripoli wurden zwischen Ende Mai 2007 und Anfang September 2007 über 400 Personen getötet.

Reisen über Land

Die Sicherheitslage im Libanon ist weiterhin sehr angespannt. Die politische Auseinandersetzung zwischen Regierung und Opposition hält an, die Wahl eines neuen Staatspräsidenten ist noch nicht gelungen. Dadurch kann sich die Sicherheitslage vorübergehend immer wieder verschlechtern.

Während der kriegerischen Auseinandersetzungen des Sommers 2006 wurden Infrastruktureinrichtungen bombardiert und zerstört. Besonders betroffen waren die schiitischen Vororte im Süden Beiruts sowie die Gebiete südlich des Litani-Flusses. Der Wiederaufbau der Infrastruktur ist zwar weitgehend abgeschlossen, gleichwohl wird von Besuchen der genannten Gebiete wegen der noch vorhandenen Kriegsschäden und der damit verbundenen Gefahren (Einsturzgefahr von Häusern, Gefahr herabstürzender Bauteile) weiterhin abgeraten.

Besonders in grenznahen Gebieten im Süd-Libanon ist die Lage weiterhin nicht vollkommen stabil (vgl. Teilreisewarnung). Neben der Anschlagsgefahr besteht Gefahr durch nicht explodierte Munition und teilweise durch Minen, die weiterhin regelmäßig Verletzte und in Einzelfällen auch Todesopfer fordern.

Generell abgeraten wird vor Reisen in den Nordlibanon insbesondere die Stadt Tripoli / Tarabulus sowie die Verwaltungsbezirke Akkar und Diniyye.

Gewarnt wird vor Reisen in die palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al-Bared und Beddawi bei Tripoli / Tarabulus im Nordlibanon (ausgenommen Wiederaufbauprojekte in Abstimmung mit der deutschen Botschaft und UNRWA),
Reisen in die Bekaa-Ebene nördlich von Baalbek (Verwaltungsbezirk Hermel); auch die weiter südlich gelegenen Orte Majdel Anjar, Ghaze, Qaraun, Bar Elias und Britel sollten gemieden werden.
dem Besuch des Flüchtlingslagers Ain al-Helweh (bei Sidon / Saida) sowie vor Reisen in die Gebiete südlich des Litani (mit Ausnahme der Stadt Tyros / Sur), die südliche Bekaa-Ebene und das Grenzgebiet zu Israel. Reisen in die Gebiete südlich von Tyros / Sur können zudem nur mit Genehmigung der libanesischen Sicherheitskräfte durchgeführt werden.
Dennoch unternommene Reisen (Dienst- und Geschäftsreisen sowie Familienbesuche) sollten sorgfältig vorbereitet werden. Einzelheiten wie Abholung, Transport und Unterkunft im Libanon sollten vorab vom Organisator bzw. vom Reisenden mit dem dortigen Gastgeber bzw. Gesprächspartner auch unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten vereinbart werden. Fahrten sollten nur in Begleitung ortskundiger libanesischer Vertrauenspersonen bzw. anerkannter Touristenführer unternommen werden. Erhöhte Aufmerksamkeit wird dringend angeraten. Dies gilt insbesondere auch für die nicht bereits von der Reisewarnung abgedeckten Flüchtlingslager und den Norden des Landes. Die libanesischen Sicherheitskräfte sind in keinem der palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon präsent und können die Sicherheit dort nicht gewährleisten. Es wird ferner empfohlen, sich aus den örtlichen Medien über aktuelle Entwicklungen ständig informiert zu halten und möglichst Kontakt zur deutschen Botschaft aufzunehmen. Informationen hierzu finden Sie auch auf der Internet-Seite der Botschaft unter http://www.beirut.diplo.de/, die ständig aktualisiert wird (Die Adresse und die Rufnummern der Botschaft Beirut sind im linken Menüfeld unter „Deutsche Vertretungen“ verfügbar).

Den Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte ist auf jeden Fall Folge zu leisten. Weiterhin können in allen Städten und auf allen Landstraßen Kontrollen stattfinden. Aus diesem Grund sollten Reisende stets Reisedokumente im Original mit sich führen.

Der Betrieb des internationalen Flughafens der Hauptstadt Beirut verläuft normal, eine zeitweilige Beeinträchtigung des Flugverkehrs durch örtliche Ereignisse kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Die Grenzübergänge nach Syrien an der Nordgrenze sind geöffnet. Der Grenzübergang Masnaa nach Damaskus ist seit dem 08. Mai bis auf weiteres geschlossen.

Mehr Informationen beim Auswärtigen Amt

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