Geschäftsreisen: Dienstwagen werden immer teurer
Montag, 21. April 2008
Erstmals müssen Dienstwagennutzer in Deutschland für einen Liter Diesel-Treibstoff mehr als 1,40 Euro bezahlen. Mobilitätsmanager und Fuhrparkverantwortliche müssen für 2008 und die Folgejahre bei den Betriebskosten mindestens zehn Prozent mehr kalkulieren, wenn sie ihre bestehende Flotte weiter betreiben wollen.
Flottenverantwortliche sollten bei der Beschaffung ihrer Fahrzeuge darauf achten, tatsächlich nur noch Fahrzeuge von Herstellern einzusetzen, die effiziente Antriebe anbieten, evtl. downsizen und, ganz wichtig, Fahrerschulungen durchführen mit entsprechenden Konseuqenzen für die Dienstwagennutzer, die die möglichen Einsparpotenziale verfehlen.
Dem steht freilich die teils schon katastrophale Verkehrssitusation mit Dauerstaus auf den deutschen Autobahnen entgegen. Täglich gibt es mehr als 1.000 Kilometer Stau als Folge der völlig verfehlten Straßengüterverkehrspolitik. Das Zuviel an Lkw, die täglich nach Unfällen wichtige Fernstraßen blockieren, macht nahezu sämtliche Einsparbemühungen der Automobilindustrie durch neue effizientere Motoren zunichte.
An einigen Tankstellen – z.B. in Kassel – stieg der Diesel-Preis am Samstag auf 1,409 Euro. Im bundesdeutschen Durchschnitt bleibt der Preis zwar noch unter der Schallgrenze, hat aber mit 1,38 Euro einen neuen historischen Höchststand erreicht. Der Liter Benzin kletterte auf durchschnittlich 1,46 Euro. Experten gehen davon aus, dass 2009 die Treibstoffpreise um 10 und mehr Prozent anziehen werden. Gründe: China und Indien erleben einen wahren automobilen Boom und die immer knapper werdenden Vorräte vor allem in den USA.
Es sei derzeit weltweit eine zunehmende Knappheit an Mitteldestillaten zu beobachten, das sind Heizöl, Diesel und Flugbenzin, sagte EID-Herausgeber Heino Elfert. “Die Nachfrage nach Diesel hat Benzin weltweit überholt und die Raffineriestruktur ist nicht flexibel genug, um sich darauf einzustellen”, so Elfert. Durch den zunehmenden Straßen- und Lufttransport steige vor allem die Nachfrage in China, Indien und dem Nahen Osten.
In den nächsten Tagen könnten die Preise für Kraftstoff und Heizöl noch weiter anziehen. Denn die weltweiten Rohölpreise haben am Freitag nach einer kurzen Abwärtskorrektur neue Höchststände erreicht. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der maßgeblichen Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte am Nachmittag erstmals über die Marke von 116 US$. Auch der Preis für Nordsee-Öl der Sorte Brent markierte einen neuen Rekord über der 113-Dollar-Marke.
Der Preis für OPEC-Rohöl ist am Donnerstag auf den neuen Rekordstand von 107,63 Dollar gestiegen. Für den rasant steigenden Rohölpreis machen OPEC-Analysten vor allem die anhaltende Dollar-Schwäche verantwortlich. Die OPEC berechnet ihren sogenannten Korbpreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.
Der jüngste Preisschub beim Öl wurde Händlern zufolge durch die Sorge vor einer zunehmenden Energieknappheit ausgelöst: Das US-Energieministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass die Ölvorräte in der vergangenen Woche deutlich stärker als erwartet geschrumpft waren. Demnach sanken die US-Rohölvorräte um 2,3 Mio. Barrel.
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