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MEGA-KREUZFAHRTSCHIFF GENESIS: Koloss mit Tropengarten

Freitag, 18. April 2008

MEGA-KREUZFAHRTSCHIFF GENESIS: Central Park auf Deck acht. Von Antje Blinda. Genesis-Projekt: 360 Meter lang, 71 Meter breit, 220.000 BRZ groß

Genesis_Projekt.jpg

Schwimmender Koloss mit Tropengarten: Auf dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt entsteht eine Art Central Park. Im Innenhof des Projekts “Genesis” sollen Gäste unter Bambus wandeln und in einer einzigartigen Fahrstuhlbar Ebbe und Flut nachempfinden.

Lustwandeln in rauschenden Bambushainen und unter meterhohen Oliven-, Lorbeer- und Kirschbäumen: Auf dem neuen Kreuzfahrtschiff der Reederei Royal Caribbean soll eine Art Central Park im Tropic-Stil entstehen. Nach Jahren der Planung und Geheimniskrämerei gibt die US-amerikanische Reederei erste Details ihres Giga-Luxusliners mit dem Projektnamen “Genesis” bekannt.

“Ich habe die letzten beiden Jahren damit verbracht, dieses Geheimnis sogar vor meiner Familie zu bewahren”, bekannte Adam Goldstein, Präsident der Royal Caribbean International gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Die “Genesis” ist zusammen mit einem Schwesterschiff nach ihrer Fertigstellung Ende 2009 Anwärterin auf den Titel des größten Kreuzfahrtschiffes der Welt – bisher hält Royal Caribbean selber den Rekord mit ihren Schiffen der sogenannten Freedom-Klasse.

Auf Deck acht des 220.000-BRZ-Giganten wird mit dem “Central Park” das erste von sieben sogenannter Lifestyle-Areale entstehen. Zur Steigerung der Spannung auf das fertige Schiff werden die Projekte in den nächsten Monaten schrittweise der Öffentlichkeit enthüllt. Der 19 Meter breite und 100 Meter lange Park ist umgeben von vier Decks mit 334 Kabinen, von denen 254 einen Balkon haben, und hat eine häuserschluchtartige Anmutung. “Sonst haben Innenkabinen keine Fenster oder einen Ausblick auf Shoppingmeilen im Inneren des Schiffes”, sagt Marion ten Haaf, Sprecherin der Reederei in Deutschland. Auf der “Genesis” würden die Gäste dagegen einen Blick ins Grüne haben.

Fahrstuhlgefühl in der Tiden-Bar

“Üppige tropische Gärten und Bäume” verheißt die Reederei, dazu stille Leseecken, Schach-, Pergola- und Skulpturengarten. Eine mikroklimatische Kontrolltechnik soll Callas, Elefantenohr, Ingwer und Farne am Leben erhalten, und über die Flora wird ein Gartenkünstler die Gäste aufklären. Wer genug von der tropischen Idylle hat, kann durch die Boutiquen bummeln, die Kunstgalerie besuchen und sich in einem der fünf Restaurants oder einer der beiden Bars auf dem Parkgelände erholen – “als würde man in einem südlichen Land durch die Straßen schlendern”, beschreibt ten Haaf das avisierte Lebensgefühl.

In der “Rising Tide Bar” kommt dagegen Fahrstuhlgefühl auf, denn die einzigartige, offene Bar wird ständig zwischen drei Decks rauf und runter fahren, wenn auch langsam. Was die Bewohner der Innenhof-Kabinen wahrscheinlich nicht sehr erfreuen wird, ist das abendliche Programm auf der Piazza des grünen Innenhofes: Der Marktplatz soll sich dann zu einem “lebhaften Platz” entwickeln, auf dem die Passagiere “sich von Konzerten und Kleinkünstlern unterhalten lassen können”, kündigt Royal Caribbean an. Wie viel die Kreuzfahrer für ihre Kabinen bezahlen werden, gibt die zweitgrößte Kreuzfahrt-Reederei der Welt dagegen noch nicht an.

Ein “Freedom”-Drilling wird getauft

Die Reederei hat noch bis Herbst 2009 Zeit, ihr Schiff häppchenweise vorzustellen, dann soll das ehrgeizige Genesis-Projekt in den Dienst gestellt werden und 5400 Passagiere über die Meere der Welt schippern. 2010 folgt das ebenso gigantische Schwesterschiff, das ebenfalls in der Aker-Werft im finnischen Turku gefertigt wird. Die beiden 360 Meter langen, 71 Meter breiten und 73 Meter hohen Schiffe werden 600 Millionen bis 800 Millionen Euro verschlingen und die bisherigen Rekordhalter “Freedom of the Seas” und “Liberty of the Seas” in jeglicher Dimension bei weitem übertreffen.

Anfang Mai tauft Royal Carribean in Southampton einen weiteren 160.000-BRZ-Koloss der Freedom-Klasse: Die “Independence of the Seas” wird ebenfalls mit Kletterwand, Eislaufbahn und Surfanlage bei Superlative liebenden Kreuzfahrtgästen punkten und zunächst vor den Kanaren und im Mittelmeer kreuzen.
Wie die US-amerikanischen Reedereien nutzen auch die europäischen Reedereien Aida Cruises in Rostock und die italienische MSC mit neuen Schiffen den anhaltenden Kreuzfahrt-Boom. Seit Anfang des Jahrzehnts wächst der europäische Kreuzfahrtmarkt um über zehn Prozent pro Jahr. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Passagiere sogar um 15 Prozent auf vier Millionen, teilte die Europäische Vereinigung der Kreuzfahrtveranstalter (EEC) gerade in Paris mit. Dabei sind die Deutschen mit 763.000 Gästen nach den Briten in Europa die größten Kreuzfahrt-Fans, gefolgt von Italienern und Spaniern.

Quelle: Spiegel
 

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