Irak: Reisewarnung
Donnerstag, 28. Februar 2008
Vor Reisen nach Irak wird eindringlich gewarnt. Deutschen Staatsangehörigen wird dringend geraten, das Land zu verlassen.
Bei Anschlägen und Feuergefechten kommen monatlich mehrere hundert Menschen ums Leben. Eine besondere Gefährdung geht von Sprengfallen aus, die an Straßenrändern installiert und deren Zünder durch vorbeifahrende Fahrzeuge ausgelöst werden. Zwischen den multinationalen Streitkräften und irakischen Sicherheitskräften auf der einen und unterschiedlichen militanten Gruppen auf der anderen Seite kommt es täglich zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Überfälle mit Waffengewalt sind an der Tagesordnung. Die staatlichen Sicherheitskräfte sind Berichten zufolge teilweise von militanten und kriminellen Gruppen unterwandert. Das Risiko von Entführungen ist sehr hoch. Ausländer sind in besonderem Maße gefährdet.
Seit dem 7. November 2004 gilt im ganzen Land mit Ausnahme der teilautonomen Region Kurdistan-Irak im Nordosten der Ausnahmezustand. Über bestimmte Städte werden zeitweise Ausgangssperren verhängt. Es muss jederzeit mit der Absperrung von Straßen und Ortschaften gerechnet werden.
Ähnliche Sicherheitsrisiken bestehen grundsätzlich auch für die vergleichsweise ruhigere und stabilere teilautonome Region Kurdistan-Irak. Auch in diesem Landesteil sind Anschläge und Entführungen von Ausländern nicht auszuschließen. Bei dringend erforderlichen Reisen in die Region sollten umfassende Sicherheitsvorkehrungen getroffen, zeitnah Informationen über die lokale Sicherheitssituation eingeholt und der Aufenthalt so kurz wie möglich gehalten werden. In den an die Region Kurdistan-Irak grenzenden Städten Kirkuk und Mossul und deren Umgebung bestehen erhebliche Sicherheitsrisiken; vor Reisen dorthin wird dringend gewarnt!
Im türkisch-irakischen Grenzgebiet ist es über die vergangenen Monaten wiederholt zu türkischen Militäraktionen gegenüber der PKK gekommen. Auf die Sicherheitslage in der autonomen Region Kurdistan-Irak haben diese Aktionen –mit Ausnahme des unmittelbaren Grenzbereiches – bislang keine weiteren negativen Auswirkungen gehabt.
Bezüglich der Cholera-Erkrankungen, die insbesondere aus dem Norden des Landes gemeldet werden, beachten Sie bitte die nachfolgenden „Medizinischen Hinweise“.
Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Bagdad ist für den Publikumsverkehr geschlossen. Aufgrund der Sicherheitslage und der eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten kann es deshalb schwierig oder unmöglich sein, in Not geratenen Deutschen zu helfen.
Die Botschaften der Bundesrepublik Deutschland in den Nachbarstaaten Iraks können Deutschen, die in Irak in eine Notlage geraten, erst ab dem jeweiligen Grenzübergang Hilfestellung leisten.
Mehr Informationen vom Auswärtigen Amt
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